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Schulkonzept IGS Buxtehude

Zur Verabschiedung von Frau Oehr: 13 Tage und der Rest von heute

Die Mittelstufenleitung der IGS Buxtehude wird am 27. Januar, am letzten Schultag dieses Halbjahres, in den Ruhestand verabschiedet. Sie hat über 40 Jahre als Lehrerin gearbeitet. Die Schülerfirma Schülerzeitung hat Christel Oehr interviewt.

Schülerzeitung:  Was hat Sie motiviert, diesen Job zu tun? 

Frau Oehr: Ich wollte schon als kleines Kind Lehrerin werden. Ich habe drei Schwestern, mit denen habe ich immer Schule gespielt. Zwei meiner drei Schwestern sind auch Lehrerin geworden. Ich wollte mit Schülern arbeiten, sie zum Abschluss begleiten, Beziehungen aufbauen. 

 

Schülerzeitung: Was unterrichten Sie für Fächer an dieser Schule? 

Frau Oehr: Ich habe Mathematik und textiles Gestalten studierte und diese Fächer nicht zufällig gewählt. An Mathematik hatte ich persönliches Interesse. Textiles Gestalten wählte ich um die künstlerische Fassette abzudecken, wobei ich mir Kunst nicht zugetraut habe. Studiert habe ich in Kiel. Als ich an die IGS Buxtehude kam, unterrichtete ich ebenfalls Naturwissenschaften.

 

Schülerzeitung:  Was schätzen Sie an dieser Schule/ an Ihrem Job? 

Frau Oehr: Ich habe diese Schule mitgegründet. Ich war in der Planungsgruppe und habe das hier mit aufgebaut. Ich habe schon in Schleswig-Holstein an einer IGS gearbeitet und habe erst in einer Initiative für eine IGS in Stade mitgearbeitet. Damals hatte ich aber gerade eine 10. Klasse und wollte sie so kurz vor dem Abschluss nicht alleine lassen. So ist es dann Buxtehude geworden. Ich schätze es, mit ganz unterschiedlichen Schülern zu arbeiten, sie da abzuholen wo sie stehen, das selbstständige und individuelle Arbeiten zu fördern, ihre Stärken aufzuzeigen und ihnen die bestmöglichen Schulabschlüsse zu ermöglichen.

 

Schülerzeitung:  Was verabscheuen Sie am meisten an Ihrem Job?

Frau Oehr: Nichts. Das hier war immer „meine“ Schule. Ich fand die Kombination aus Verwaltung und Unterricht sehr schön. Natürlich würde ich mir wünschen, dass unser Konzept nach zwölf Jahren etwas modernisiert wird. Es ist wichtig, dass wir mit unserem Konzept eine Alternative zu den anderen Buxtehuder Schulen sind.

 

Schülerzeitung: Was war das Schlimmste, was Sie an dieser Schule erlebt haben? 

Frau Oehr: Wir hatten einen nicht so einfachen Start, was die Schulleitung angeht. Sie hat am Anfang oft gewechselt und das hat Unruhe reingebracht. Aber dieses Problem wurde ja mittlerweile schon gelöst und es gibt eine Kontinuität. Der Stellvertreter fehlt uns zwar weiterhin, aber das wird auch noch werden.

 

Schülerzeitung: Welche Superkraft hätten Sie gern? 

Frau Oehr: Nichts, was ich für die Arbeit brauchen würde, aber bessere Englischkenntnisse würde ich mir wünschen.

 

Schülerzeitung: Was ist Ihr Motto? 

Frau Oehr: Hm, schwierig, das zu beantworten. Vielleicht „Nutze den Tag“.  Wie oft sagt man: „Ach, das kann ich später noch machen…“

Mein Talent ist, glaub ich, dass ich mich in andere Menschen „reinfühlen“ kann. Und das konnte ich als Lehrerin gut nutzen. Gerade hier an der IGS geht es nicht immer in erster Linie um Noten. Wenn es einer Schülerin oder einem Schüler mal nicht so gut geht, dann kann man das berücksichtigen. Und auch, wenn sich das für Euch jetzt merkwürdig anhört: Es gibt so viel Schlimmeres im Leben als eine 5 in Mathe. Es war mir immer wichtig, den Schülern zuzuhören, sie positiv zu bestärken und zu unterstützen.

 

Schülerzeitung: Wenn sie heute die Entscheidung für ihren Beruf nochmal treffen könnten, würden Sie diesen wieder nehmen? 

Frau Oehr: Ich glaube schon. Ich wüsste nich, was ich sonst hätte werden können. Ich mag es mit Kindern zu arbeiten und ihnen zu helfen. Man muss diesen Job schon gerne machen, auch auf Leitungsebene. Denn oft sitzen wir hier bis spät in den Abend. Vor allem kriegt man aber viel zurück. Oft bedanken sich Eltern und Schüler am Abschlusstag und von diesem Dank zehrt man lange.

 

Schülerzeitung: Haben Sie einen Lieblingskollegen an dieser Schule?  

Frau Oehr: Nein, eigentlich nicht. Es sind einige wenige Freundschaften entstanden in der langen Zeit. Mit Frau Jahns habe ich den größten Austausch.

 

Schülerzeitung: An wie vielen Schulen arbeiteten sie bereits? 

Frau Oehr: Das ist meine neunte Schule. Ich war immer im Hamburger Speckgürtel unterwegs. Meine Ausbildung habe ich in Plön gemacht, dann war ich in Norderstedt, in Aumühle, in Wedel, in Apensen, in Ahrensburg, in Buxtehude und dann muss ich nochmal nachgucken... das waren einfach zu viele Schulen. 

Heute gibt es ja einen großen Lehrermangel, aber als ich fertig wurde, war das Gegenteil der Fall: Es gab eine Schwemme. Man konnte nicht sicher sein, verbeamtet zu werden. Es war schwierig früher, einen Job zu bekommen. In den ersten sechs Berufsjahren habe ich jährlich die Schule gewechselt und war vom ersten Schultag bis zum letzten Tag vor den Sommerferien angestellt. In den Sommerferien gab es kein Gehalt.  Man konnte keine ganzen Jobs bekommen, höchstens dreiviertel Jobs und in den Sommerferien hat man kein Gehalt bekommen. 

Ich hatte zum Beispiel gleich in meinem ersten Jahr eine 10. Klasse, die bei mir ihren Matheabschluss schreiben musste. Mein ältester Schüler war 23, ich selbst auch erst Ende 20. Die waren echt richtig gut. Dennoch musste ich beim Direktor antreten und überprüfen lassen, ob die Abschlussarbeit auch nicht zu leicht gewesen war. War sie natürlich nicht. 

 

Schülerzeitung: Ist schonmal etwas in Ihrem Amt so richtig schiefgelaufen? 

Frau Oehr: Ich erinnere mich an NaWi. Wenn man das unterrichtet, macht man ja auch so Versuche. Und ja, man soll ja nie die Nase direkt über so ein Reagenzglas halten… aber ich habe dann doch eine Nase voll Salpeter abgekriegt. Seither weiß ich, wie das riecht. Lacht. 

Ich erinnre mich aber noch genau, was mich am meisten beeindruckt hat. Ich durfte 2002 eine Schülergruppe nach Mexiko begleiten. Dort haben wir eine Solaranlage aufgebaut. Das Dorf mit circa 20 Einwohnern lag in einem Tal, wir sind zu Fuß dort hingelaufen. Wir waren vorher in Mexiko-Stadt und die Schülerinnen, vor allem, machten sich immer schick mit Make-up… naja, wie ihr das eben so macht. Aber in diesem Dorf war das Bad eine Regentonne, das Klo ein Erdloch und geschlafen haben wir auf dem Fußboden in der sogenannten Schule, einer Holzhütte, in der die Kinder unterrichtet wurden. Und soll ich Euch was sagen: Die Schüler wollten dort nicht wieder weg. Es war so herzlich dort, die Dorfbewohner haben zum Abschied für uns ein Teil vom Rind in einem Erdloch traditionell zubereitet… es war wirklich etwas ganz besonderes.

 

Schülerzeitung:  Finden Sie, dass sich diese Schule im Laufe der Jahre verändert hat? 

Frau Oehr: Ja. Damals arbeitete jeder Schüler und jede Schülerin in einem eigenen Lernbüro von Mathe, Deutsch und Englisch. Früher konnten diese Schüler die Zeit frei wählen, in der sie diese Lernbüros tätigten. Heute ist das aufgrund der gesetzlichen Lage nicht mehr möglich. Heute ist auch alles moderner mit dem Whiteboard und den iPads. Auch bei den Klassenarbeiten sind wir eingeschränkter, früher konnten die SchülerInnen mitentscheiden, wann sie bereit für die Klassenarbeit sind…

Allgemein hat es sich zum Guten verändert, aber es gibt noch Luft nach oben.

 

Schülerzeitung: Nutella mit oder ohne Butter?

Der Schüler fragt sicherheitshalber vor der Frage nochmal nach: Essen Sie überhaupt Nutella?

Frau Oehr: Ich habe in meinen ganzen Leben noch nie Nutella gegessen. 

 

Schülerzeitung: Spontane Alternativfrage: Senf oder Ketchup?

Frau Oehr: Beides.

 

Schülerfirma: Hätten sie vor mehr als 40 Jahren gedacht, dass Sie hier aufhören würden? 

Frau Oehr: Nein, das hätte ich nicht gedacht. Ich habe ja schon erzählt, dass zu Anfang gar nicht für jeden Lehrer nach dem Studium Arbeit da war. Viele meiner Studienkollegen haben sich umorientiert, etwas anderes gearbeitet. Aber ich wollte nicht aufgeben. Zwischenzeitlich habe ich mich mit Nachhilfejobs über Wasser gehalten. 

 

Schülerzeitung: Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? 

Frau Oehr: Ich hoffe, dass ich dann im Ruhestand so richtig angekommen bin. Das ist ja jetzt schon irgendwie komisch. Heute (zum Zeitpunkt des Interviews) sind es noch 13 Tage und der Rest von heute. In 5 Jahren sehe ich mich auf einem Balkon mit Blick auf die Este und lasse es mir gut gehen.

 

Schülerzeitung: Wer übernimmt die Zukunft in Ihrem Amt? 

Frau Oehr: Für meinen Posten gibt es keinen Nachfolger, dieser Posten wird noch nicht ausgeschrieben. Meine Aufgaben wurden aufgeteilt und werden ab Februar von den Jahrgangsleitungen übernommen.

 

Schülerzeitung: Haben sie einen Kindheitshelden?

Frau Oehr: Als ich Kind war, gab es das nicht. Fernsehprogramm für Kinder war von 16 bis 17 Uhr und einen Fernseher hatten wir erst Zuhause, da war ich schon 10 Jahre alt. Ich bin auf einem Obsthof aufgewachsen, wir haben immer viel draußen gespielt und abends gab es dann höchstens mal das Sandmännchen. Schüler lachen ungläubig. Ich mochte Urmel aus dem Eis, Pipi Langstrumpf, es gab Asterix-Comics. Aber das war wirklich eine andere Zeit. 

Schülerzeitung: Hatten Sie schonmal einen richtig schlimmen Schüler im Unterricht? 

Frau Oehr: Das nicht unbedingt. Aber ich erinnere mich an eine Schülerin in Wedel, die sagte immer nur „Ich komm ins Fernsehen“. Das war Collien Ulmen-Fernandes, die heute tatsächlich im Fernsehen zu sehen ist. Also man sieht: Es geht auch ohne Abitur. 

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Stand: 15.05.2024